Das Heilpädagogische Zentrum Krefeld – Kreis Viersen
gGmbH (HPZ) ist ein großer Dienstleister in der Eingliederungshilfe am Niederrhein und bietet differenzierte Werkstattangebote für Menschen mit kognitiven, körperlichen sowie psychischen Beeinträchtigungen (impuls-Werkstätten). Ziel ist die berufliche Teilhabe, individuelle Förderung sowie der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Insgesamt arbeiten im HPZ über 2.100 Menschen mit Behinderung in verschiedenen Arbeits-, Bildungs- und Förderbereichen, begleitet von mehreren hundert Fachkräften unterschiedlicher Professionen.
Die Werkstätten des HPZ sind in klar strukturierte Phasen gegliedert. Das Eingangsverfahren dauert in der Regel drei Monate und dient der Eignungsabklärung, Kompetenzfeststellung sowie der Entwicklung eines individuellen Eingliederungsplans. Daran schließt sich der Berufsbildungsbereich (
BBB) mit einer Dauer von bis zu 24 Monaten an. Hier werden grundlegende berufliche Fähigkeiten vermittelt und individuelle Perspektiven entwickelt. Die Qualifizierung erfolgt praxisnah in unterschiedlichen Berufsfeldern, darunter Metall- und Holzbearbeitung, Kunststoffverarbeitung und Montage, Elektro- und Kabelkonfektion, Druckerei und Werbetechnik, Verpackung und Lagerlogistik, Wäscherei, Garten- und Landschaftspflege, Gastronomieangebote wie Bistro und Café, Fahrradwerkstätten sowie eine Kaffeerösterei.
Ergänzend zur praktischen Qualifizierung bietet das HPZ anerkannte Bildungsformate an. Dazu gehören Qualifizierungsbausteine gemäß § 68 Berufsbildungsgesetz (
BBiG), die bei erfolgreichem Abschluss mit einem
IHK-Zertifikat bestätigt werden, sowie bundeseinheitliche Zertifikate zum Abschluss des Berufsbildungsbereichs. Darüber hinaus werden anerkannte
IHK-Praxislehrgänge und weitere Zertifikatsangebote umgesetzt, die eine stärkere Orientierung an den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes ermöglichen. Externe Lernphasen spielen eine wichtige Rolle: Praktika in Betrieben außerhalb der Werkstatt dienen der beruflichen Orientierung, Erprobung und Kompetenzentwicklung.
Ein zentraler Bestandteil des HPZ ist die Förderung von Übergängen in betriebliche Beschäftigung. Diese Aufgabe wird insbesondere durch den Fachbereich „injob“ umgesetzt. Hier werden betriebsintegrierte Arbeitsplätze (BiAp) organisiert und begleitet. Dabei handelt es sich um Arbeitsplätze in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes, bei denen die Beschäftigten weiterhin rechtlich an die Werkstatt angebunden bleiben, aber unter realen betrieblichen Bedingungen arbeiten. Es bestehen sowohl Einzelarbeitsplätze als auch Gruppenangebote, bei denen mehrere Beschäftigte gemeinsam in einem Betrieb tätig sind und durch Fachpersonal begleitet werden.
Die Anbahnung solcher Außenarbeitsplätze erfolgt in der Regel über ein gestuftes Verfahren: Nach einem ersten Kennenlernen im Betrieb kann ein mehrwöchiges Praktikum , häufig mit einer Dauer von vier bis acht Wochen, durchgeführt werden. Dieses wird durch Fachkräfte des HPZ begleitet. Ziel ist eine passgenaue Vermittlung sowie eine nachhaltige Integration in betriebliche Abläufe. Ergänzend bietet injob regelmäßige Sprechstunden, individuelle Beratung sowie spezielle Übergangsgruppen an, in denen Beschäftigte gezielt auf externe Einsätze vorbereitet werden. Für weitergehende Fragen zur beruflichen Integration wird der Integrationsfachdienst (
IFD) einbezogen, der sowohl Arbeitgeber als auch Beschäftigte unterstützt.
Neben der Qualifizierung und Vermittlung legt das HPZ großen Wert auf individuelle Unterstützung und Begleitung. Ein sozialpädagogischer Dienst begleitet die Beschäftigten in persönlichen, sozialen und arbeitsbezogenen Fragestellungen. Ergänzt wird dieses Angebot durch heilpädagogische Fachleistungen sowie durch sport- und bewegungspädagogische Angebote, die zur Stabilisierung, Gesundheitsförderung und Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Für Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf bestehen spezialisierte Arbeitsbereiche innerhalb der Werkstätten. Der Arbeitsbereich mit sonderpädagogischer Betreuung (ASB) richtet sich an Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen und hohem Unterstützungsbedarf. Hier stehen individuelle Förderung, pflegerische Unterstützung und eine angepasste Arbeitsstruktur im Vordergrund. Der Arbeitsbereich soziale Integration (ASI) richtet sich insbesondere an Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen oder aus dem Autismus-Spektrum und bietet strukturierte, individuell angepasste Arbeits- und Förderangebote mit erhöhtem Personalschlüssel.
Im Bereich der impuls-Werkstätten für Menschen mit psychischen Erkrankungen wird das Angebot durch einen individuellen Betreuungs- und Arbeitsbereich (IBA) ergänzt. Dieser stellt einen besonders geschützten Rahmen dar und ermöglicht Stabilisierung in Krisensituationen sowie eine schrittweise Heranführung an arbeitsbezogene Anforderungen. Neben der arbeitsbezogenen Förderung stehen hier persönliche Unterstützung, Beratung, Gruppengespräche und die Zusammenarbeit mit weiteren Hilfesystemen im Vordergrund.
Insgesamt verfolgt das HPZ einen ganzheitlichen Ansatz, der berufliche Qualifizierung, individuelle Förderung und soziale Integration miteinander verbindet. Die Orientierung an realen Arbeitsprozessen, die enge Zusammenarbeit mit Betrieben sowie die gezielte Förderung von Übergängen in den allgemeinen Arbeitsmarkt sind zentrale Elemente der Arbeit. Gleichzeitig werden durch differenzierte Unterstützungsangebote auch Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf in die Teilhabe am Arbeitsleben einbezogen.
Das Werkstattangebot des HPZ zeichnet sich damit durch eine breite fachliche Aufstellung, vielfältige Qualifizierungswege und eine konsequente Ausrichtung auf Inklusion und individuelle Entwicklung aus.