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Louisenhof gGmbH Werkstatt Louisenhof

Adresse / Kontaktdaten

Industriestr. 8 a
21493 Schwarzenbek
Schleswig-Holstein
Adresse auf Google Maps anzeigen

Telefon: 04151 8980-0 (Zentrale) Telefax: 04151 8980-218 E-Mail: info@louisenhof.org Homepage: https://www.louisenhof.org

Ansprechpartner gewerbliche Kunden:

Barbara Hollmann
Telefon: 04151 898015 E-Mail: b.hollmann@louisenhof.org

Ansprechpartner Reha-Bereich:

Julia Müller
Telefon: 04151 898022 E-Mail: j.mueller@louisenhof.org

Weitere Informationen zur Werkstatt

Auftragsarbeiten:

EDV-/BÜRODIENSTLEISTUNGEN: Digitale Archivierung, Vervielfältigung von Datenträgern

GARTEN-/LANDSCHAFTSPFLEGE: Garten- und Landschaftsbau, Garten- und Pflanzenpflege, Landschaftspflege

SONSTIGE LEISTUNGEN: Gastronomie, Landwirtschaft, BIOLAND-Betrieb, Kaminholzfertigung und Auslieferung

Produkte:

LEBENSMITTEL: Landwirtschaftliche Erzeugnisse, Bioprodukte

KUNSTHANDWERK: Kerzen

GARTENBEDARF/GÄRTNEREIPRODUKTE: Sonstiger Gartenbedarf (Kamin- und Brennholz)

Louisenhof gGmbH
Werkstatt Louisenhof

ANZAHL DER BEHINDERTEN BESCHÄFTIGTEN: 85

BETREUTER PERSONENKREIS:

geistig behinderte Menschen
hör- und sprachbehinderte Menschen

BERUFLICHE BILDUNG:

TÄTIGKEITSFELDER IM BERUFSBILDUNGSBEREICH:
Hauswirtschaft, Gastronomie, Garten-/ Landschaftspflege/Gärtnerei, Landwirtschaft

BILDUNGS- und QUALIFIZIERUNGSMAßNAHMEN, die über die berufliche Grundqualifizierung im Berufsbildungsbereich (§ 4 WVO) hinausgehen:
Qualifizierungsmaßnahmen mit Hauszeugnissen oder Zertifikaten
Weiterbildung im Arbeitsbereich mit Hauszeugnissen oder Zertifikaten

DURCHFÜHRUNG der Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen:
Ausschließlich innerhalb der WfbM

Anzahl der ausgelagerten Plätze (in externen Betrieben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt / Inklusionsfirmen) im Berufsbildungsbereich: 5

AUßENARBEITSPLÄTZE in externen Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes sind vorhanden:
Ausgelagerte Einzelarbeitsplätze (Anzahl der Plätze: dauerhaft: - / zeitlich befristet: 5 )
Ausgelagerte Gruppenarbeitsplätze (Anzahl der Plätze: dauerhaft: - / zeitlich befristet: 6 )
Praktika in externen Betrieben

FÖRDERUNG DES ÜBERGANGS AUF DEN ALLGEMEINEN ARBEITSMARKT:

Die WfbM Louisenhof baut seit ihrem Entstehen Verbindungen zu regionalen Unternehmen auf, die bereit sind, Praktika und folgend auch ausgelagerte Arbeitsplätze mit Perspektiven einer Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt anzubieten. Dabei handelt es sich entsprechend der Wünsche der Menschen mit Behinderungen und ihrer Arbeitsbereiche auf dem Gut um Betriebe des Garten- und Landschaftsbau, der Landwirtschaft, der Landmaschinenbranche und der Verarbeitung von Lebensmitteln (Schlachterei/Bäckerei).
Entscheidend für den Erfolg all dieser Maßnahmen ist der Wunsch und Wille des Menschen mit Behinderung, aber ebenso intensiv binden wir das familiäre/soziale Umfeld in die Vorbereitung, Unterstützung und Begleitung ein.
Der begleitende Dienst unserer Werkstatt und die jeweilige Fachkraft arbeiten im Kontakt, in der Vorbereitung und Durchführung mit dem jeweiligen Unternehmen eng zusammen. Entsprechende schriftliche Vereinbarungen und regelmäßige Begleitung im Betrieb sind als Verfahren etabliert.

BEGLEITENDE HILFEN / FACHDIENSTE:

Pädagogische / Sozialpädagogische Hilfen
Weitere therapeutische Angebote

WOHNEN:

ANZAHL DER WOHNPLÄTZE: 46 (in eigener Trägerschaft)

EIGENDARSTELLUNG:

Das Konzept der WfbM Louisenhof

1. Zielgruppe
Die WfbM Louisenhof bietet Menschen, die mit geistigen, körperlichen oder psychischen Behinderungen leben, Möglichkeiten der beruflichen Qualifizierung und Persönlichkeitsentwicklung im Lebensbereich „Arbeiten“ an (Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben). Wesentlich für die Ausgestaltung dieser Möglichkeiten ist das unserer Entwicklungsbegleitung zugrunde liegende

2. Welt- und Menschenbild
Wir gehen davon aus, dass in jedem Menschen ein unverwechselbarer, geistiger Wesenskern ruht, der nicht nur entwicklungsbedürftig, sondern auch entwicklungsfähig ist und der die einmalige, unverwechselbare Persönlichkeit eines Menschen ausmacht.
Daher begleiten wir jeden Menschen mit Behinderung in der WfbM Louisenhof „sein Leben lang“ in seiner Entwicklung und beruflichen Qualifizierung und setzen diesen Prozess in unserer täglichen Begleitung und bis in den 1. Arbeitsmarkt hinein um.

3. Die berufliche Qualifizierung und Persönlichkeitsentwicklung durch den Arbeitsprozess
Jeder Mensch (mit Behinderung) bringt in unterschiedlichem Maße eine Vielzahl an Voraussetzungen für den Arbeitsprozess mit:
- körperlich braucht er Kraft, Beweglichkeit, Körperbeherrschung;
- im emotionalen Bereich braucht er Initiative und Antrieb, Motivation zur Arbeit;
- als Person braucht er Zutrauen zu sich selbst, um sich einer Aufgabe gewachsen zu fühlen;
- Er braucht elementare Fähigkeiten wie Ausdauer, Konzentration, Merkfähigkeit, Zeiteinteilung, Genauigkeit;
- Er braucht spezielle Fertigkeiten, sei es handwerklich-technisch, im Schreiben und Rechnen, im räumlichen Vorstellungsvermögen;
- Er braucht soziale Fähigkeiten, um Kontakt zu Kollegen und Fachkräften aufzunehmen, er muss sich anpassen, durchsetzen und integrieren können in eine
Arbeitsgruppe.

Dabei sind diese Voraussetzungen keine feststehende Größe, sondern sie stehen miteinander in Wechselwirkung und können in der Arbeit selbst erlernt und
weiterentwickelt werden.
Der Mensch (mit Behinderung) arbeitet, nutzt seine Kräfte und Fähigkeiten, gebraucht ein Werkzeug und sammelt Erfahrungen im Erledigen der gestellten Aufgabe.
Er erlebt, dass er z.B. viele Male sägen muss, bis ihm ein gerader Schnitt gelingt. Er gewinnt neue Kräfte und Fähigkeiten, verändert seinen Werkzeuggebrauch, macht neue Erfahrungen…kurz und gut: der Mensch (mit Behinderung) lernt und entwickelt sich weiter.

Daher bietet der Arbeitsprozess selbst einen bedeutsamen, strukturierten Rahmen zur beruflichen Qualifizierung und Persönlichkeitsentwicklung. Bei der Louisenhof gGmbH ist er eingebettet in ein klares und liebevolles Miteinander und selbstbestimmt im Rahmen der eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Um die Leistungs- und Erwerbsfähigkeit des Menschen mit Behinderung zu erhalten, zu entwickeln oder zu erhöhen, wird die Arbeitsbegleitung sowohl im Rahmen der
Berufsbildung als auch im Werkstattbereich ergänzt:
1. durch fachtheoretischen Unterricht des jeweiligen Arbeitsbereiches
2. durch übergreifende, berufsbegleitende Angebote auf sportlichem, musischem und persönlichkeitsbildendem Gebiet.

4. Die WfbM Lousenhof
Als WfbM mit dem Schwerpunkt Eigenproduktion und Dienstleistung im „grünen Bereich“ ist die WfbM Louisenhof wesentlich durch die speziellen Bedingungen eines landwirtschaftlich-gärtnerischen Betriebes geprägt.

Die Arbeitsbereiche Landwirtschaft und Gartenbau zeichnen sich durch einige Besonderheiten in der beruflichen Qualifizierung und Entwicklungsbegleitung von Menschen
mit Behinderung aus:
- Die Sinnhaftigkeit der Arbeit ist bei Versorgung und Pflege von Pflanzen und Tieren unmittelbar ersichtlich.
- Regelmäßige, täglich anfallende Arbeiten, die dem Menschen mit Behinderung Sicherheit und Selbstvertrauen geben, werden ergänzt durch saisonal wechselnde, neue Herausforderungen.
- Landwirtschaft und Gartenbau bieten im Rahmen der WfbM sehr vielfältige abstufbare Anforderungen.
- Selbstständiges Arbeiten und Problemlösen ist in allen Abstufungen erlebbar und notwendig und stärkt wiederum die Identifikation mit dem Arbeitsplatz.
- Körperliche Arbeit kommt MmB mit einem ausgeprägten Bewegungsbedürfnis oder auch höherem Aggressionspotential besonders entgegen.
- Durch die Anbindung an Tages- und Jahresrhythmus, Wetter, Vegetationsverlauf, Lebenszyklus der Tiere usw. erschließen sich dem MmB elementare Lebensvorgänge.
- Stolz auf die eigene Arbeit ist unmittelbar erlebbar, wenn die hochwertigen, geschätzten Produkte (Gemüse, Fleisch, Eier) ihre Abnehmer finden.

Die Vermarktung der erzeugten Produkte an Endverbraucher stellt insbesondere in der ökologischen Landwirtschaft einen wichtigen Erfolgsfaktor dar und ergänzt die Arbeitsfelder Landwirtschaft und Gemüsebau überaus sinnvoll.

- Landwirtschaft
Unser BIOLAND-Betrieb bewirtschaftet zur Zeit 4 ha Ackerland und 30 ha natürliches Grünland. Neben Leguminosen (Anbau zum Aufbau der Bodenfruchtbarkeit) werden Brot- und Futtergetreide sowie Kartoffeln kultiviert.
Auf dem Grünland weidet nahezu ganzjährig eine Angus-Mutterkuhherde. Heu- und Strohgewinnung für den Winter sind zu erledigen.
Die Hennenhaltung bietet täglich zweimal wiederkehrende, gleiche Arbeitsabläufe. Ebenso halten wir einige Tiere alter Haustierrassen, deren Erhaltung uns am Herzen liegt, z.B. Ziegen der Rasse „Thüringer Waldziege“.

- Gartenbau
Im Gartenbau wird Gemüse für die Eigenversorgung und die Vermarktung von der Saat bis zur Ernte erzeugt. Es wird ein vielseitiges Sortiment an Grob- und Feingemüse, Beerenobst und Früchten angebaut. Die grundlegenden gärtnerischen Bodenbearbeitungsmaßnahmen wie Umgraben, Harken, Saatbettbereiten, Hacken werden erlernt. Aussaat, Pikieren, Gießen und Pflege der Jungpflanzen werden erübt. Die Ernte, Säuberung und Vorbereitung für den Verkauf werden erledigt. Zudem wird die weitläufige Hofanlage mit Gutsgarten und Streuobstwiese hergerichtet und gepflegt. Vom Auslichten der Obstbäume bis zur Beetanlage, vom Rasenmähen bis zur Bepflanzung von Blumenkästen eröffnet sich ein vielfältiges Arbeitsgebiet.

- Hauswirtschaft
Die täglich frische Zubereitung des Mittagessens auf Basis der eigenen Produkte aus Landwirtschaft und Gartenbau erfolgt in der modernen Großküche.
Tischdecken, Essen servieren und Abwaschen gehören dazu. Kuchen und Plätzchen werden gebacken, er wird eingekauft und Speisepläne werden erstellt.
Ebenso wird Vorratshaltung betrieben, Früchte und Gemüse werden für den Eigenverbrauch konserviert.
Im Servicebereich werden sämtliche Räumlichkeiten gereinigt und die Blumen gepflegt. Die Berufswäsche wird gewaschen und gebügelt, leichte Näh- und Flickarbeiten werden übernommen.

- Hausmeisterei
Die Hausmeisterei arbeitet mit Holz, Stein und Metall. Der Gebrauch von Werkzeugen wie Zollstock, Hammer, Zange usw. bis hin zur Benutzung von Maschinen wird erübt, ständig praktiziert und damit gefestigt.
Diese Arbeitsgruppe führt Reparaturen aus und übernimmt kleine und größere Bauprojekte. So ist der Pferdestall und auch das Winterquartier unserer Mutterkuhherde von dieser Arbeitsgruppe gebaut worden.

- Kunstwerkstatt
In der Kunstwerkstatt finden die Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz, deren Fähigkeiten im kreativen Bereich liegen. Vorwiegend mit den Materialien Holz und Ton, aber auch in der Arbeit mit Farben entstehen die kunsthandwerklichen Produkte.

5. Der Berufsbildungsbereich im Rahmen der WfbM Louisenhof
Im Eingangsverfahren, welches meistens 3 Monate dauert, durchläuft der Mensch mit Behinderung alle Arbeitsbereiche und lernt so die Werkstatt insgesamt kennen. Die
„Fachkraft Berufsbildung“ ist sein Ansprechpartner, der ihn im Gespräch begleitet, die derzeitigen Fertigkeiten und Fähigkeiten feststellt und mit dem jungen Menschen erste
Lernziele im Arbeiten und im Sozialverhalten formuliert.

Entscheidet sich der junge Mensch mit Behinderung über eine berufliche Orientierung hinaus bereits für eine berufliche Qualifizierung in einem unserer Arbeitsbereich, begleitet die „Fachkraft Berufsbildung“ ebenso den gesamten praktischen Qualifizierungsprozess im gewählten Bereich.

Es folgen in der Regel zwei Ausbildungsjahre: im Grundkurs werden die Grundkenntnisse und Fertigkeiten des jeweiligen Arbeitsbereiches vermittelt, im Aufbaukurs werden die Fähigkeiten vertieft und zunehmend selbstständiger angewandt.

Die oben erwähnte Teilnahme am fachtheoretischen Unterricht und den berufsbegleitenden Angeboten ergänzt in notwendiger und sinnvoller Weise die praktische Ausbildung. Nach zweieinviertel Jahren wird über einen Wechsel in den Arbeitsbereich oder in eine andere Form der Beschäftigung außerhalb der WfbM in Abstimmung mit den Leistungsträgern im Rahmen des Fachausschusses entschieden.

6. Die begleitenden Maßnahmen
In der WfbM Louisenhof steht ein breites Angebot an begleitenden Maßnahmen zur Verfügung. Mit angeregt und ausgesucht durch den Werkstattrat gibt es viele Angebote:
- auf sportlichem Gebiet Tischtennis, Fußball, Schwimmen, Fitnessparcours, Teilnahme an Sportfesten bis hin zu Special Olympics
- vielfältige weitere Maßnahmen wie therapeutisches Reiten, biblische Geschichte, Basteln, Holzbearbeitung, Malkurse usw.
- im musischen Bereich Chor und Orchester,Theaterarbeit.

7. Das Verfahren der beruflichen Qualifizierung und Entwicklungsbegleitung in der WfbM Louisenhof
Ein ganzes Team steht dem Menschen mit Behinderung zur Seite.
In vielen einzelnen Schritten, mit qualifizierten Anleitungs- und Begleitungsmethoden, mit Gesprächen und nicht zuletzt im Vertrauen auf die Entwicklungsfähigkeit jedes einzelnen Menschen mit Behinderung entwickelt dieser, begleitet durch das Werkstatt-Team, seine berufliche Perspektive und sich selbst.

In der Begleitung arbeiten wir nach folgendem Konzept: ausgehend von der Lebensgeschichte und den persönlichen Daten, aufgrund der Beobachtungen und der
Tagesdokumentation, sowie auf der Basis regelmäßiger Reflexionsgespräche stellt die zuständige Fachkraft im Rahmen einer Fallbesprechung einen Menschen mit Behinderung im Werkstatt-Team vor.
In der WfbM Louisenhof kennt jeder jeden und im Gespräch entsteht durch das professionelle Team als erstes ein qualitatives und differenziertes Bild des jeweiligen Menschen.

Im nächsten Schritt erstellt das Team dann ein Fähigkeitsprofil bezüglich der beruflichen Schlüsselqualifikationen mittels des MELBA-Verfahrens (kognitive Merkmale, soziale Merkmale, Merkmale zur Art der Arbeitsausführung, psychomotorische Merkmale, Kulturtechniken und Kommunikation werden erhoben).
Systematisch können die Arbeitsfähigkeiten sowie die persönlichen Wünsche und Potentiale in Ideen für weitere Schritte der beruflichen Qualifizierung und Entwicklungsbegleitung einfließen, die im Gespräch mit dem Menschen mit Behinderung zu konkreten, umsetzbaren, verbindlichen Zielformulierungen werden. So kann der Mensch mit Behinderung – mit Unterstützung – im Rahmen seiner Möglichkeiten Verantwortung für sich selbst übernehmen und aktiv an eigenen Zielen arbeiten.

Louisenhof 5 + 7
21493 Louisenhof, Gemeinde Müssen

Digitalisierung
Helmut-Steindl-Platz 5
22143 Hamburg-Rahlstedt
Telefon: 040 6759 3993

Kunstwerkstatt
Rahlstedter Bahnhofstr. 7
22143 Hamburg-Rahlstedt
Telefon: 040 6693 4505
kunsthandwerk-hh@louisenhof.org


Hauswirtschaft/Service
Güstrower Weg 2
22143 Hamburg-Rahlstedt

Referenznummer:

WfB1/38


Informationsstand: 21.06.2021